Pressemitteilung zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit – Bewusste Kaufentscheidungen gegen Kinderarbeit

Die Bundestagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel (Bündnis 90/Die Grünen) hat Verbraucherinnen und Verbraucher aufgerufen, sich beim Einkaufen bewusst gegen Kinderarbeit zu entscheiden. „Auch hier bei uns können wir bewusste Entscheidungen gegen Produkte aus Kinderarbeit treffen“, sagte die Sozialpolitikerin anlässlich des Internationalen Tags der Kinderarbeit am 12. Juni. „Jedes Kind hat ein Recht auf Kindheit. Unsere Kaufentscheidungen und kommunale Beschaffungsmaßnahmen auf fairer Basis bewahren Kinder vor Kinderarbeit und eröffnen ihnen Zeit zum Spielen und Lernen.“

Mehr als 150 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten weltweit für ihren Lebensunterhalt oder den ihrer Familien, in Zwangsarbeit oder Schuldknechtschaft, in Landwirtschaft, Privathaushalten, oder Industriebtrieben. Gut die Hälfte davon in ausbeuterischen, oft gesundheitsschädlichen und gefährlichen Bedingungen. Der Missbrauch dieser Kinder geschieht zum Beispiel bei der Grabsteinherstellung in indischen Steinbrüchen oder bei der Kakaoernte, für die Schokolade der großen Lebensmittelkonzerne, an der westafrikanischen Elfenbeinküste.

Mit einem Besuch im Mosbacher Weltladen machte Schneidewind-Hartnagel deutlich, wie auch Kaufentscheidungen im Main-Tauber-Kreis und im Neckar-Odenwaldkreis die Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen in Entwicklungsländern positiv beeinflussen können. „Wer Produkte aus rein kinderarbeitsfreier Produktion kauft, tut aktiv etwas gegen die Ausbeutung von Kindern“, sagte sie.

Ulrike Paeper, Vorsitzende des Trägervereins „Partnerschaft In Einer Welt e.V.“, und ihre für den Einkauf des Weltladens betraute Kollegin Lisa Kohler begrüßten die Abgeordnete und machten auf fair produzierte und gehandelte Produkte aufmerksam. Alle Weltläden europaweit unterlägen einer strengen Konvention, die fairen Handel in einer Handelspartnerschaft vorsehe, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruhe und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebe, erklärte Paeper.

Schneidewind-Hartnagel machte deutlich, dass nicht alle die Möglichkeit hätten, kinderarbeitsfreie Produkte zu kaufen. Wer es sich jedoch leisten könne, habe die Wahl, zum Beispiel Kaffee, Tee, Schokolade, Gewürze, Schmuck, Lederwaren, Haushaltsgegenstände und Kunsthandwerk aus fairem Handel zu kaufen und damit auch die Kinderarbeit einzudämmen. Lisa Kohler vom Mosbacher Weltladen verwies darauf, dass die Preise gerade im Non-Food-Bereich durch den Direkteinkauf beim Erzeuger oft deutlich günstiger seien als erwartet.

„Es ist klar, dass Familien mit geringen Einkommen oder Menschen, die durch die Corona-Krise in Not geraten sind, preislich günstigere Lebensmittel kaufen müssen“, stellte Schneidewind-Hartnagel fest. „Das zeigt, dass eine kluge Sozialpolitik sowohl den Menschen hier als auch den Menschen in Entwicklungsländern helfen kann – und muss.“

Wie der Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Mosbacher Stadtrat, Timo Riedinger, beim Besuch im Weltladen erklärte, hätten sich nach Buchen und Wertheim auch Mosbach und der Landkreis Neckar-Odenwald auf den Weg zur Fairtrade-Town-Zertifizierung gemacht und gingen die damit verbundenen Nachhaltigkeitsziele an. Die Bundespolitikerin begrüßte diese Entwicklung: „Ich freue mich sehr darüber, dass in meinem Wahlkreis Odenwald-Tauber einiges vorangeht in Sachen Fairer Handel“.

Infos:

Der Weltladen in der Mosbacher Kesslergasse hat Mo-Sa von 10-13 Uhr und Mi-Fr von 15-18 Uhr geöffnet. Während der Corona-Krise sind im Laden die aktuellen Hygienebestimmungen einzuhalten. Für den Internationalen Tag der Kinderarbeit am 12. Juni hat sich der Betreiberverein kleine Überraschungen für Kinder ausgedacht.

Links:

https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/kinderarbeit-fragen-und-antworten/166982

https://www.weltladen.de/

https://www.fairtrade-towns.de/

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